Sexuelle Störungen

Wir bieten Hilfe bei sexuellen Problemen

Erkrankungen, seelische Belastungen, Operationen, Unfälle, Medikamente und Bestrahlungen können Sexualstörungen verursachen.
Verursachende Erkrankungen können sein: Übergewicht, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Arterienverkalkung, Diabetes, erhöhte Blutfette, Krebs, Schilddrüsenerkrankungen, Hormonveränderungen, Depression, Rheuma, Arthrosen, Inkontinenz, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, neurologische Erkrankungen.
Bei uns erhalten Sie frei von Scham und Peinlichkeit eine seriöse, umfassende sexualmedizinische Abklärung und ärztliche Behandlung für Frauen und Männer.


Der Inhalt der Unterseite "Sexuelle Störtungen" ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen auf dieser Website dienen keinesfalls als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte. Der Inhalt darf nicht dazu verwendet werden, eigenständig Diagnosen zu stellen und Behandlungen zu beginnen oder abzusetzen. Durch weiterlesen akzeptieren Sie den Haftungsausschluss

Lustlosigkeit - vermindertes sexuelles Verlangen

Definition
Die internationale Bezeichnung für diese Störung heißt Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD)
Vermindertes sexuelles Interesse oder Verlangen, fehlende sexuelle Gedanken oder Fantasien bzw. das verminderte Verlangen nach sexueller Aktivität.
Wenn Sie, etwa aufgrund einer momentanen Belastung, öfter mal keine Lust auf Sex mit Ihrem Partner haben, ist das noch keine Störung. Wenn Ihre Lustlosigkeit aber zum Dauerthema wird, wenn Sie gar keine Lust mehr auf Sex haben und Sie und/oder Ihr Partner/Ihre PartnerIn darunter leiden, wird es Zeit, sich dieses Thema genauer anzusehen.
Wie immer man es nennen mag, Lustlosigkeit über längere Zeit kann nicht nur Beziehungsprobleme verursachen, sie führt auch zu Problemen mit sich selbst. Sie ist übrigens dann keine Störung, wenn Sie und/oder Ihr Partner/Ihre PartnerIn kein Problem damit haben.

Häufigkeit
Vermindertes sexuelles Verlangen in einer Beziehung ist viel häufiger, als Sie vielleicht denken.
Eine große amerikanische Studie, die im Jahr 2008 publiziert wurde, und an der 31.000 Frauen teilgenommen haben, ergab, dass ca 40 Prozent der Befragten gelegentlich oder häufig keine Lust auf Sex haben, 10 Prozent davon litten sehr darunter.
Lustlosigkeit in einer Beziehung ist also sehr häufig! Sie kann viele Ursachen haben. Körperliche Erkrankungen, aber auch eine ganze Reihe von psychischen und sozialen Ursachen können die Lust auf Sex ganz schnell zum Verschwinden bringen. Und so ganz von selbst kommt die Lust auch nicht wieder zurück!

Ursachen
Vor der Therapie muß die Diagnose stehen! Das heißt, gemeinsam mit spezialisierten SexualmedizinerInnen werden Ursachen abgeklärt. Diese sind gerade bei Lustlosigkeit mannigfaltig.
A) Körperliche Faktoren
Eine Reihe von körperlichen Erkrankungen kann direkt oder indirekt zu Lustlosigkeit führen.

  • Internistische Erkrankungen, wie Z. B. Herzerkrankungen, Zuckerkrankheit (Diabetes), chron. Schmerzen, Leber- und Nierenerkrankungen • Hormonelle Störungen, wie z. B. Schilddrüsenprobleme oder nach Eierstockentfernung • Suchterkrankungen wie Alkoholkrankheit oder Drogenabhängigkeit
  • Depressionen, Angststörungen
  • Medikamente wie z. B. Blutdrucksenker, Antidepressiva, Hormone usw.

B) Psycho-soziale Ursachen
Dazu gehören:

  • persönliche Faktoren wie Erziehung, familiäres Klima, Stress, Gewalterfahrungen
  • Beziehungsfaktoren wie chron. Konflikte, Gewohnheit, Sexualstörung des Partners
  • Soziokulturelle Faktoren wie schlechte Arbeitsbedingungen, niedriges Einkommen, religiöse Normen

Diagnose
Aufgrund dieser vielfachen Ursachen für Lustlosigkeit ist unbedingt eine ärztliche Abklärung notwendig. Diese macht am besten eine/r sexualmedizinisch geschulte/r Ärztin/Arzt.
Dazu gehört immer eine genaue Krankheits- und Sexualanamnese, eine Besprechung der Medikamente, die Sie einnehmen, eine körperliche Untersuchung und auch eine Laboruntersuchung.

Therapie
Unsere Therapieoptionen finden Sie unter "Therapie"

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Vorzeitiger Samenerguß - Ejaculatio präcox

Definition
Der vorzeitige Samenerguss ist die häufigste Sexualstörung des Mannes und tritt in verschiedenen Formen und Ausprägungen auf, was eine genaue Definition des Problems schwierig macht.
Beim vorzeitigen Samenerguss handelt es sich um eine männliche Sexualstörung mit folgenden Charakteristika:

  • Der Samenerguss erfolgt (fast) immer vor oder innerhalb 1 Minute nach Eindringen in die Scheide.
  • Es gibt keine oder fehlende Ejakulationskontrolle.
  • Es kommt dadurch zu negativen persönlichen Konsequenzen, wie Verzweiflung, Ärger, Frustration und/oder Vermeidung von sexueller Intimität.



Einteilung:
1. Lebenslang bestehender/angeborener vorzeitiger Samenerguss (primäre Ejaculatio praecox)
2. Der erworbene vorzeitige Samenerguss
3. Die natürliche Variable
4. Vorzeitiger Samenerguss-ähnliches Ejakulationsproblem


Ad 1.) Lebenslang bestehender/angeborener vorzeitiger Samenerguss (primäre EP)
Die vorzeitige Ejakulation besteht:

  • bei fast jedem Geschlechtsverkehr
  • bei (fast) jeder Frau
  • ab dem ersten Geschlechtsverkehr
  • Der Samenerguss erfolgt meistens innerhalb von 30-60 sec (bei 90% der Männer).
  • Der Samenerguss erfolgt innerhalb von ein bis zwei Minuten (bei 10% der Männer).
  • Es gibt keine oder fehlende Ejakulationskontrolle

Ursachen
1.) Man nimmt an, dass bei dieser Form der EP liegt eine Fehlregulation der Serotoninrezeptoren im Gehirn vorliegt

  • Entweder eine Überfunktion des Serotonin-Rezeptors 5-HT1a(dieser stimuliert normalerweise den Samenerguss)
  • oder eine Unterfunktion der Serotonin-Rezeptors 5-HT2c ( dieser ist für die Verzögerung des Samenergusses zuständig).
    Diese Theorie wurde auch indirekt bestätigt, weil viele depressive Männer, denen Antidepressiva mit dem Botenstoff Serotonin verordnet wurde, sich darüber beklagten, dass sie nicht mehr zum Höhepunkt kommen und ejakulieren können(Serotonin unterdrückte den Ejakulations-Reflex).

2.) Psychodynamische Faktoren können auch eine Rolle spielen


Ad 2.) Der erworbene vorzeitige Samenerguss

  • nach einer Phase mit normaler Sexualreaktion
  • entweder plötzlicher oder schleichender Beginn des Kontrollverlustes über die Ejakulation
  • Verminderte oder fehlende Fähigkeit, den Ejakulationszeitpunkt hinauszuzögern

Ursachen

  • Prostatitis
  • Schilddrüsenfunktionsstörung
  • Einfluss von Parkinson-Medikamenten, Heroin oder Amphetaminen
  • Psychische oder partnerschaftliche Probleme



Ad 3.) Die natürliche Variable

  • wird unregelmäßig, nur zufällig und situationsabhängig erlebt
  • Die Fähigkeit, die Ejakulation hinauszuzögern ist vermindert oder kann fehlen.
  • In der Folge kommt es zu einer Verkürzung der Ejakulationszeit auf ca. 1,5 Minuten.

Diese Form sollte nicht als krankhaft eingestuft werden, sondern als normale Variante der Sexualität! Die Sexualität kann nicht wie eine programmierte Maschine immer gleich ablaufen!


Ad 4.) Vorzeitiger Samenerguss-ähnliches Ejakulationsproblem

  • Die Betroffenen klagen über eine vorzeitige Ejakulation obwohl die Ejakulationszeit im Normalbereich zwischen drei und sechs Minuten liegt.
  • Subjektiv haben die Betroffenen den Eindruck, im gewünschten Moment die Ejakulation nicht hinauszögern zu können.



Häufigkeit
Eine 2007 veröffentlichte Studie über eine groß angelegte Internetbefragung mit 12.133 Männern im Alter zwischen 18 und 70 Jahren ergab, dass 20 bis 25 Prozent aller Männer davon betroffen sind. Damit handelt es sich um die häufigste Sexualstörung des Mannes.
In Österreich

  • leiden ca. 135 000 Männer stark unter dem Problem
  • 30 000 leiden unter der Extremform „ante portas“ (bevor sie in die Scheide einer Frau eindringen)



Diagnose
Eine ärztliche Abklärung sollte folgendes umfassen:

  • urologische Fachuntersuchung
  • Laboruntersuchung (Schilddrüsenfunktion!)
  • sexualmedizinische Anamnese inkl. Medikamentenanamnese

Therapie
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Erregungsstörung/trockene Scheide

Definition
Typischerweise können Frauen Erregungsstörungen auf dreierlei Arten erfahren.
1. Genitale Erregungsstörung:
Manche Frauen beschreiben, dass sie selbst bei passender Stimulation keine oder nur geringe genitale Erregung empfinden. Wenn sie etwas spüren, dann eher in einer „gedämpften Form“. Es kann das Anschwellen der äußeren und inneren Genitale ausbleiben oder nur in minimaler Form stattfinden und in der Folge auch das Feucht-Werden (die Lubrikation) der Vagina. Gleichzeitig können diese Frauen aber berichten, dass sie sich innerlich durch viele andere Einflüsse sehr erregt fühlen. Zum Beispiel durch Berührungen des gesamten Körpers, durch Küssen, aber auch durch sinnliche Worte, das Gefühl großer emotionaler Nähe.
2. Subjektive Erregungsstörung:
Andere Frauen berichten wiederum, dass sie zwar genital erregt und leicht feucht werden können, wenn sie passend stimuliert werden. Es fehlt ihnen aber dieses innere Aufgewühlt- und Erregt-sein oder sie empfinden es nur ganz minimal.
3. Gemischte Form der Erregungsstörung
Diese Frauen erzählen verzweifelt, dass sie oder ihr Partner alle möglichen Versuche unternehmen, damit sie sich erregt fühlt, aber sie sprechen weder genital, noch innerlich darauf an.

Häufigkeit
Circa jede 5. Frau hat mit diesem Problem zu kämpfen. Ab der Menopause kommt es auf Grund des verminderten Östrogenspiegels und der dadurch verschlechterten genitalen Durchblutung zur weiteren Zunahme der Häufigkeit.

Ursachen
In all diesen Fällen müssen zuerst die Ursachen erforscht werden – erst dann können wirksame therapeutische Maßnahmen gesetzt werden. Medizinisch erfolgt die Einteilung der Ursachen für Erregungsstörungen bei der Frau wie aus der nachstehenden Aufstellung ersichtlich:
Körperliche Faktoren:

  • Mangel an Sexualhormonen, Hormonelle Störungen
  • Internistische Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Gefäßerkrankungen, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck)
  • Erkrankungen/Operationen/ Traumata im Genitalbereich bzw. im Harntrakt
  • neurologische und psychiatrische Erkrankungen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Medikamente

Psychologische Faktoren

  • Angst, Anspannung, Stress
  • Beziehungsfaktoren
  • mangelnde Stimulation durch den Partner
  • nicht ausgetragene Konflikte

Soziokulturelle Faktoren

  • Arbeitsbedingungen, familiäre Situation
  • religiöse Normen

Nicht jedes Erregungsproblem ist gleich eine Störung! Wichtig:Nur wenn Sie unter einem oder mehreren der beschriebenen Faktoren leiden UND auch einen persönlichen Leidensdruck verspüren, kann von einer „Störung der Erregung“ gesprochen werden.

Diagnose
Die Diagnose wird im Rahmen eines sexualmedizinischen Anamnese-Gespräches gestellt. Dazu gehören immer eine genaue körperliche Untersuchung, eine Krankheitsanamnese, eine ev. Medikamenten-Besprechung und eine Laboruntersuchung.
Therapie
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Impotenz/Erektionsstörung

Definition
Als Erektionsstörung (Erektile Dysfunktion; ED) bezeichnet man eine anhaltende oder wiederkehrende Unfähigkeit, eine Erektion zu erlangen oder aufrecht zu erhalten, die für eine befriedigende sexuelle Funktion ausreichend ist.

Häufigkeit
Die Häufigkeit von Potenzproblemen ist vom Alter des Mannes abhängig und von seinem Gesundheitszustand.
Mit zunehmendem Alter und mit vorliegen von Erkrankungen nimmt auch die Wahrscheinlichkeit zu, eine Erektionsstörung zu entwickeln.
Laut einer Österreichischen Studie aus dem Jahr 2005 mit 2869 Teilnehmern leidet

  • zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr jeder 5.
  • zwischen dem 41. und 50. Lebensjahr jeder 4.
  • zwischen dem 51. und 60. Lebensjahr jeder 3.
  • und ab dem 61. Lebensjahr jeder 2. Mann

an irgendeiner Form von Erektionsstörung (leichte, mäßig, schwer)

Ursachen
So einfach und natürlich Sexualität auf der einen Seite ist, so hochkompliziert und störanfällig ist sie auf der anderen Seite. Zahlreiche körperliche Faktoren müssen intakt sein, um eine ungestörte Sexualreaktion auslösen zu können. Medikamente, Operationen und Erkrankungen können dieses sensible Gleichgewicht stören. Ebenso störanfällig ist Sexualität auf psychische und soziale Belastungen.
körperliche Ursachen
Eine ungestörte Erektion braucht ein gesundes Gehirn, gesunde Nervenbahnen und Blutgefäße zu und weg von den Genitalen, einen ausgeglichenen Hormonhaushalt und gesunde Genitalien.
Wann immer eine dieser Strukturen durch Fehlentwicklungen, Entzündungen, Tumore, Verletzungen und Narben gestört wird, resultiert daraus die Möglichkeit einer Erektionsstörung.
Sexualrelevante Erkrankungen:
Folgende Erkrankungen werden sexualrelevant genannt, weil sie sich negativ auf die Sexualität auswirken können.

  • Herz-Kreislauf- Erkrankungen (z.B.: Bluthochdruck, Angina pectoris, Herzinfarkt)
  • urologische Erkrankungen (z.B.: gutartige Prostatavergrößerung, Prostata-, Blasenkarzinom)
  • Gynäkologische Erkrankungen (immer wiederkehrende Pilzinfektionen, Harn-I nkontinenz)
  • Stoffwechsel- Erkrankungen (z.B.: Diabetes mellitus, erhöhtes Cholesterin)
  • hormonelle Erkrankungen (z.B.: Schilddrüsenüber-, und -unterfunktion)
  • neurologische Erkrankungen (z.B.: Multiple Sklerose, M. Parkinson, Hirnschlag)
  • psychiatrische Erkrankungen (z.B.: Depression, Burnout, Panikattacken)
  • Suchterkrankungen (z.B.: Medikamentenmissbrauch, Alkoholismus)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B.: rheumatische Erkrankungen, Arthrosen)
  • dermatologische Erkrankungen (z.B.: Lichen sclerosus, Psoriasis)
  • Magen-Darm Erkrankungen (z.B.: chronisch entzündliche Darmerkrankungen)
  • Infektionskrankheiten (z.B.: Hepatitis)

Medikamente, welche die Erektion beeinflussen können
Prinzipiell sollte man alles tun, um Erkrankungen, welche die Sexualität negativ beeinflussen, zu beheben oder sie zumindest positiv zu beeinflussen. Dafür stehen uns zum Glück eine Vielzahl von hervorragenden Medikamenten zur Verfügung.
Medikamente können aber leider auch als Nebenwirkung einen negativen Einfluss auf die Sexualität haben.
Falls Sie eine solche Veränderung nach der Einnahme eines Medikamentes festgestellt haben, dann sprechen Sie UNBEDINGT mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt darüber, sie/er wird mit Ihnen besprechen, welche Möglichkeiten Ihnen offen stehen, um wieder eine ungestörte Sexualität leben zu können.
Die Sexualität ist vor allem Störungsanfällig durch die Einnahme von Medikamenten,
die im Gehirn wirken, den Hormonhaushalt, das Nervensystem und die Durchblutung beeinflussen.
Verletzungen, Operationen und Bestrahlungen, welche die Erektion beeinflussen können
Prostata-, Blasen- und Rektumoperationen (-verletzungen), Gefäßoperationen(-verletzungen) im Bauchraum, Operationen an der Wirbelsäule und im Gehirn können Erektionsstörungen verursachen.
Bestrahlungen im sensiblen Bereich des kleinen Beckens können ebenfalls zu Erektionsstörungen führen.
Psychosoziale Ursachen
Sollte Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagen, dass Sie “organisch nichts haben” und dass Sie “ein psychisches Problem haben”, dann seien Sie nicht geknickt. Übersetzt heißt das, dass die ÄrztInnen zum Glück keine körperlichen Ursachen für die Erektionsstörung gefunden haben und/oder sie keine weiteren Erklärungen für die Sexualstörung haben.
Es gibt aber eine große Anzahl von Ursachen für Ihre Erektionsstörung, die sehr wohl einen Namen und eine Erklärung haben. (Stress, Unsicherheit, Selbstbeobachtung, private und berufliche Belastungen …)
Wie aus solchen Irritationen körperliche Symptome entstehen können, ist leicht erklärt. Neurobiologie ist das Spezialgebiet, das sich damit beschäftigt.
Schaltzentrale Gehirn
Alle in unserem Gehirn abgespeicherten Erfahrungen und Erinnerungen beeinflussen die Zusammensetzung der Botenstoffe im Gehirn. Diese erzeugen in bestimmten Situationen der Gegenwart ein Gefühl des Wohlbehagens, der Sinnlichkeit und der Geborgenheit – oder aber der Anspannung, Angst, des Unbehagens und den Wunsch, diese Situation zu meiden. Je nachdem, welches System durch die Emotionen aktiviert wird (Anspannung oder Entspannung) wirkt sich das förderlich oder behindernd auf unsere Sexualität aus.
Die Psyche versucht, alte negative Gefühle mit allen Mitteln zu vermeiden und kann nur auf die Lösungsmuster zurückgreifen, die wir uns im Laufe des Lebenszugelegt haben. Mit den alten Lösungsmustern gelingt es uns oft nicht die gerade anstehenden Probleme zu bewältigen. Unser Körper gehorcht aber neurobiologischen Gesetzen. Anspannung/ Angst /Irritationen bewirken, dass andere Botenstoffe ausgeschüttet werden als bei Freude und Entspannung. Wenn wir uns also im Beziehungsalltag nicht zu unseren Bedürfnissen und Gefühlen stehen, uns ständig verbiegen, macht der Körper das, was für ihn in der Situation richtig ist. Im Falle von Erektionsstörungen streikt dann der Penis, es kommt zu keiner Erektion.

Diagnose
Um eine seriöse Diagnose stellen zu können, müssen einige Punkte geklärt werden.
Allgemeine Krankheitsgeschichte
Hier sollten alle Erkrankungen, Operationen, Bestrahlungen, Verletzungen, Medikamente erfragt werden, die eine Erektionsstörung verursachen können.
Spezielle Fragen zur Sexualität
Folgende Informationen sollten erhoben werden:

  • Seit wann besteht die Erektionsstörung (ED)?
  • Wie hart wird der Penis? (Reicht es zum Eindringen in die Scheide? Bleibt er bis zum Orgasmus steif?)
  • Vorzeitiges Abschwellen des Penis (Wird er vor Erreichen des Orgasmus kleiner?)
  • Gibt es morgendliche und nächtliche Erektionen?
  • Ist die Störung situations- partner-/praktikabhängig? (im Urlaub, mit Geliebter, bei Selbstbefriedigung, usw.)
  • Zufriedenheit mit der Sexualität VOR Auftreten der ED?
  • Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs früher/jetzt?
  • Liegt eine andere Sexualstörung vor? vorzeitiger Samenerguss, Orgasmusstörung, Lustlosigkeit ?
  • Hat die/der PartnerIn Sexualprobleme?
  • Wie geht es der/dem PartnerIn mit der Problematik?
  • Haben Sie mit ihr/ihm darüber gesprochen?
  • Weiß sie/er vom Arztbesuch?
  • Was haben Sie bisher gegen ED unternommen?
  • Mit welchem Erfolg?
  • Ursachen aus Ihrer Sicht?

Körperliche Untersuchung
Ideal wäre es, wenn die Ärztin/der Arzt Sie ganz nackt untersucht, damit sie/er sich ein besseres Gesamtbild machen kann. Folgende Punkte sollten geklärt werden:

  • Fettleibigkeit?
  • Vergrößerung der männlichen Brust?
  • Auffällige Fettansammlung innerhalb des Bauchraumes (erhöhter Bauchumfang)?
  • Abtasten der Leber und Leistengegend
  • Genitalbehaarung?
  • Hodengröße und Festigkeit, etwaige Krampfadern
  • Vorhautverengung (Phimose)?
  • Abtasten des Penisschaftes, um Verhärtungen (Induratio penis plastica)zu entdecken
  • Mastdarm (Rektale) Untersuchung
  • Prostatauntersuchung mittels Ultraschall

Weiterführende Diagnostik
Von einigen Urologen wird zur Beurteilung der Durchblutungssituation des Penis eine
Schwellkörper- Pharmakotestung & Doppler-/Duplexsonographie durchgeführt.
Labordiagnostik
Bei Anhaltspunkten für das Vorliegen einer hormonellen Störung als Ursache der ED empfiehlt sich die Bestimmung von:

  • Testosteron/SHGB (daraus lässt sich das aktive (freie) Testosteron errechnen
  • Östradiol
  • FSH/LH
  • Prolaktin
  • DHEAS
  • TSH, fT3/fT4

Therapie
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Orgasmusstörungen

Definition
Bei der „reinen Form“ der Orgasmusstörung erlebt die Frau Lust auf Sexualität, genießt genitale Aktivität und entwickelt ausgeprägte sexuelle Erregung. Die Erregungssteigerung reicht jedoch nicht aus, um die individuell unterschiedliche Orgasmusschwelle zu überwinden. Die Erregung stagniert. Die internationale Klassifikation gibt folgende Definition einer Orgasmusstörung vor:
Er wird definiert als „anhaltende oder wiederkehrende Verzögerung oder Fehlen des Orgasmus bei der Frau nach einer normalen sexuellen Erregungsphase, wobei die sexuelle Aktivität hinsichtlich Zielrichtung, Intensität und Dauer als ausreichend beurteilt wird.“
„Wenn Frauen einen Orgasmus ausschließlich bei der Berührung der Klitoris und nicht bei einem Intimverkehr ohne Berührung der Klitoris erleben, ist die Fähigkeit zum Orgasmus nicht gestört, auch wenn der Orgasmus zeitweise beim Intimverkehr ausbleibt. Dies wird als eine normale Variation der weiblichen Sexualreaktion angesehen. Eine psychische Orgasmushemmung sollte erst nach einer gründlichen sexuellen Abklärung diagnostiziert werden.“
Die meisten weiblichen Orgasmusstörungen treten eher lebenslang als erworben auf, da die Orgasmusfähigkeit, wenn sie einmal erlernt wurde, nicht wieder verschwindet, es sei denn, dass die Beziehungskonflikte oder körperliche bzw. psychische Erkrankungen auftreten.

Häufigkeit
Laut einer amerikanischen Repräsentativstudie von E.O. Laumann et al. (1994) erleben 20 Prozent der Frauen manchmal oder selten und vier Prozent der Frauen nie einen Orgasmus. Dennoch besteht laut dieser Umfrage kein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Orgasmusfrequenz und einem erfüllten Sexualleben.
In einer neueren Studie von J. Bancroft et al. (2003) konnte nachgewiesen werden, dass 30 bis 50 Prozent der Frauen, die Orgasmusschwierigkeiten hatten, mit ihrer sexuellen Beziehung und 30 bis 40 Prozent mit ihrer eigenen Sexualität unzufrieden waren.
Allgemein steigt die Orgasmusfähigkeit aufgrund der sexuellen Erfahrung mit dem Alter der Frauen an, so dass Störungen des Orgasmus häufiger bei jüngeren als bei älteren Frauen beobachtet werden.

Diagnose
Die Diagnose wird in einer genauen Sexualanamnese von der/dem sexualmedizinisch geschulten Ärztin/Arzt gestellt. Wichtig dabei ist:
1) die Abklärung, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Orgasmusstörung handelt:

  • Seit wann bestehen Ihre Orgasmusschwierigkeiten? primäre Orgasmusstörung (seit dem ersten sexuellen Kontakt), sekundäre Orgasmusstörung (nach einer problemlosen Phase, seit einem bestimmten Ereignis oder einer bestimmten Partnerschaft)
  • Erleben Sie bei der Selbstbefriedigung einen Orgasmus?

2. Abklärung, ob eine globale oder situative Orgasmusstörung vorliegt:

  • In welchen sexuellen Situationen treten die Orgasmusstörungen auf? Globale Orgasmusstörung: bei jeder Form der Sexualität Situative Orgasmusstörung: nur bei gegenseitiger manueller Stimulation oder nur beim Intimverkehr, bei partnerschaftlichen Problemen.

Es gibt viele verschiedene Ursachen für die Entstehung von Orgasmusstörungen.

  • Organischen Faktoren: chron. Erkrankungen, Schmerzen, Medikamenteneinnahme
  • bedeutsame psychische Faktoren sind Ängste und Schuldgefühle, eine negative Bewertung der eigenen Sexualität sowie auch Informationsmangel und sexuelle Traumata
  • partnerschaftlichen Faktoren Kommunikationsdefizite, Paarkonflikte und mangelnde Attraktivität des Mannes in Frage.

Therapie
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Schmerzhafter Geschlechtsverkehr - Dyspareunie , Vulvodynie und Vaginismus

Definition Dyspareunie
Eine Dyspareunie als wiederkehrende oder persistierende genitale Schmerzen in Verbindung mit dem Geschlechtsverkehr definiert. Sie kann unterteilt werden in tiefe oder oberflächliche Schmerzen.

Definition Vaginismus
Ein Vaginismus ist definiert als wiederkehrende oder persistierende Probleme der Frau, die vaginale Einführung des Penis, eines Fingers und/oder eines Gegenstandes zuzulassen – trotz des ausdrücklichen Wunsches der Frau, dies zu tun.

Definition Vulvodynie

  • Schmerzen beim Eindringen des Penis
  • Überempfindlichkeit auch bei leichter Berührung mit einem Wattestäbchen bzw. Wundsein des Scheideneinganges
  • Variable Entzündungen/Rötungen im Bereich der Vulva

Grundsätzlich bestehen die Beschwerdebilder – zu einem jeweils größeren oder kleineren Anteil – aus folgenden Komponenten:

  • Probleme mit der Muskelspannung
  • Angst vor Schmerzen bei der Sexualität oder Angst vor dem Geschlechtsverkehr
  • Neigung zu Vermeidungsverhalten

Aus der spezifischen Mixtur dieser Komponenten ergibt sich letztlich die individuelle sexuelle Schmerzsymptomatik einer Patientin.

Häufigkeit
Die wohl zuverlässigsten Daten für die allgemeine Bevölkerung entstammen der amerikanischen NHSLS-Studie (E.O. Laumann et al., 1999), in der 15 Prozent der Frauen über wiederkehrende Probleme mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr berichteten, am meisten bei jungen Frauen (bis 25 Jahre).
In jedem Fall scheint es, dass Beschwerden über sexuelle Schmerzen in den letzten Jahren zugenommen haben, was wahrscheinlich auch an der gestiegenen Bereitschaft der Frauen liegt, sich mit diesem Krankheitsbild auseinanderzusetzen, anstatt sich einfach damit abzufinden.

Ursachen
Es gibt zahlreiche gynäkologische, neurologische, orthopädische (Schmerzen!) Erkrankungen und auch Hauterkrankungen als Ursache für den schmerzhaften Geschlechtsverkehr. Daher ist eine ärztliche Abklärung sowohl bei SexualmedizinerInnen als auch bei sexualmedizinisch geschulten GynäkologInnen und ev. weiteren sexualmedizinisch geschulten FachärztInnen unumgänglich.
Partnerschafltiche Probleme können mit eine Ursache darstellen, z. B. unausgetragene Konflikte, unpassende Situationen, kein Bedürfnis nach Sex, zu geringe Stimulation bzw. zu wenig Feuchtigkeit (Lubrikation).
Psychologische Faktoren sind oft zusätzliche Depressionen und Angststörungen.

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